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220 Millionen Jahre hat es gebraucht, bis Schiefer und Riesling zusammenfanden. Die perfekte Alliance! Die beiden sind ein echtes Traumpaar. Immerhin seit 1828 wird der Riesling beim Weingut Altenkirch in Lorch kultiviert.
Doch Schiefer ist nicht gleich Schiefer: Bei Altenkirch treffen Grau-, Phyllitt- und Quarzschiefer aufeinander und liefern Weine, die einzigartig für den Rheingau sind. Im Keller ist die Japanerin Tomoko Kuriyama für das Werden der Weine verantwortlich und zeigt, dass im steilen Lorcher Bodenthal-Steinberg großartige Weine wachsen. Mitten im Unesco-Weltkulturerbe Oberer Mittelrhein. Die Steilheit dieser Lage und der Cocktail unterschiedlicher Schiefersorten bringt die tiefe Mineralität dieser Herkunft in kristallklaren, aromatischen Farben zum Ausdruck.
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Der Berg ruft! Weit über 100 Prozent Steigung hat der Bremmer Calmont, der als steilster Weinberg Europas, wenn nicht der Welt gilt. Und mittendrin, in luftiger Höhe hat Ulrich Franzen eine Parzelle Riesling neu angelegt - die Eiger Nordwand des globalen Weinbaus. Steil? Atemberaubend steil! Kaum zu glauben, dass dort oben Reben wachsen. Aber sie tun es – und wie! Jeder der in diesem weinbaulichen Kleinod an der Mosel den Aufstieg wagt, wird von der Aura dieses Ortes gefangen genommen. Wie eine alpine Wand türmt sich der Berg an der engen Moselschleife auf und fällt bedrohlich ins Tal. Weinbau ist hier Bergsteigen und von den Strapazen, die Ulrich Franzen hier im Berg hat, profitiert der Riesling mehr als jede andere Sorte. Hier herrscht das Reich des Schiefers – und im Calmont leuchtet er rot. Rostrotes Eisenoxid, das dem Riesling reichlich Aromenfeuer gibt. Und dank der einzigartigen Lage einen geschmacklichen Mehrwert bietet, der die Franzen-Weine nachhaltig prägt. Frucht und Mineralien spielen im Calmont-Riesling ein aufregend schnelles, olympiareifes Ping-Pong. |
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Vom weinbaulichen Schatz der mittelalterlichen Stadt Esslingen ist nur noch das Filetstück übriggeblieben. Doch das hat es in sich und zählt zu den schönsten Kulturlandschaften Deutschlands: Entlang des Neckars türmen sich die jahrhundertealten Weinbergsterrassen, die auf die Staufer zurückgehen, im Fischgrätmuster in den Himmel. Mittendrin, im Esslinger Schenkenberg, wachsen die Reben von Hans und Monika Kusterer und sie liefern das Beste von Lemberger und Spätburgunder. Weinbau ist hier immer auch eine besondere Form der Denkmalpflege. Stufe für Stufe, Mauer für Mauer, Parzelle für Parzelle steigen die Terrassen aus Stubensandstein am Neckar empor. Weich ist der Stein und verwittert daher leicht. Das gibt lecker Boden für den Lemberger, der zu Esslingen gehört wie der Olymp zu den Göttern. Doch die steilen Terrassen liefern keinen Ambrosia für die Götter, sondern Rotwein für uns, der die mineralische Tiefe dieser Lage empor spült und im Wein kraftvoll nachwirken lässt. |
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Franken und Rotwein – klingt verrückt, hat aber Tradition. Denn rot ist in Klingenberg traditionell nicht nur der Wein sondern auch die Terrassen aus Buntsandstein. Zweihundertmillionen Jahre hat sich der Buntsandstein Zeit gelassen, hier am Main an die Oberfläche zu kommen. Und nun sind nicht nur die Gebäude der historischen Altstadt sondern auch die weithin sichtbaren, steilen Weinbergsterrassen von Klingenberg aus einem Guss. Im Klingenberger Schlossberg steigen sie direkt hinter den letzten Gebäuden bis zum Waldrand steil empor. Die schmalen Terrassen bieten Platz für maximal zwei Reihen an Rebstöcken und können nur von Hand bewirtschaftet werden. Eine Höllenarbeit für Wolfgang Kühn, den Einzelkämpfer – aber sie lohnt sich! Dank des hohen Anteils an Eisenoxids, und der sich wie ein Kachelofen mit Wärme voll tankenden Mauern, fühlen sich seine Burgunderreben pudelwohl im Schlossberg. So wachsen bei Kühn einzigartige Pinots, voller Eleganz und Vielschichtigkeit. Sie sind im besten Sinne klassisch fein und zeigen, dass Laissez-Faire beim Rotwein das Beste ist, was dem fränkischen Rotwein passieren kann. |
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NACH OBEN FÜHRT NUR EIN WEG: BERGAUF
MONTAN UNION
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